Teil I

Fürchte dich nicht

Folgender Grundsatz ist das Leitmotiv für die Überlegungen dieses Kapitels:

Nur wenn ich einer Sache Macht verleihe, hat sie in mir Raum zum Wirken. Das trifft auf Gutes wie auch auf Übles zu. Der Apostel Paulus macht dies deutlich, als er das Thema mit dem Götzenopferfleisch abhandelte.

Hier der Originaltext:

1.Korinther 10.25-29 - Alles, was auf dem Fleischmarkte verkauft wird, esset, ohne zu untersuchen um des Gewissens willen. Denn "die Erde ist des Herrn und ihre Fülle".
Wenn aber jemand von den Ungläubigen euch einladet, und ihr wollt hingehen, so esset alles, was euch vorgesetzt wird, ohne zu untersuchen um des Gewissens willen. Wenn aber jemand zu euch sagt: Dies ist als Opfer dargebracht worden, so esset nicht, um jenes willen, der es anzeigt, und um des Gewissens willen, des Gewissens aber, sage ich, nicht deines eigenen, sondern desjenigen des anderen; denn warum wird meine Freiheit von einem anderen Gewissen beurteilt?

Fleisch, das schon einmal auf einem Götzen-Altar gelegen hat, ist genauso Fleisch wie jedes andere. Aber der Glaubensschwache denkt, der Götze hat durch das Fleisch Macht über ihn.

So isst er das Fleisch nicht. Warum tut er das? Weil für ihn der Götze noch durch das Fleisch wirkt. So gibt er dem Dämon Macht, die dieser aber in Wirklichkeit gar nicht hat. Wenn der Geist noch Macht hätte, dann könnte der Starke dieses Fleisch auch nicht essen!

Dieses Beispiel lässt sich beliebig auf die unterschiedlichsten Gebiete anwenden. Irgend ein Umstand macht dir zu schaffen, der, realistisch betrachtet, mehr Einbildung als Wirklichkeit ist. Da ist z.B. die Furcht vor Morgen, vor der Zukunft. Wie viele Menschen haben Angst vor dem, was alles kommen könnte.

Furcht, im Sinne von Angst, ist absolut etwas Widergöttliches. Mit der Furcht stellen wir uns dem Gegenspieler Gottes zur Verfügung. Wir erkennen damit die Macht des Bösen an. So wird unsere Umwelt das Echo unseres Wesens, und du kannst leicht feststellen, ob du dich fürchtest oder die Liebe Gottes ausstrahlst.

Kein Feind hat Macht über uns, wenn wir ihm, statt der Furcht, die Liebe und den Glauben entgegenstellen. Ein weiteres Beispiel lehrt uns dies sehr eindrucksvoll:

David hat nämlich auf genau diese Weise den Goliath besiegt. Man muss sich die ungleichen Kräfteverhältnisse der Männer einmal anschauen. Goliath, der Philister, war ein Riese und zudem noch bis an die Zähne bewaffnet. David dagegen war ein Hirtenjunge! Ohne Rüstung und ohne menschlichen Gehilfen.

Interessant sind nun die Argumente der beiden. Der Riese hat sich vollkommen auf seine Kraft verlassen, indem er zu David rief:

1.Samuel 17.44 - ...: Komm her zu mir, dass ich dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes gebe!

Goliath hat sich somit auf seine eigene Kraft verlassen und gesagt: "Ich werde es tun".

Ganz anders bei David. Er hat sich auf seinen Gott berufen und in dessen Namen den ungleichen Kampf aufgenommen. Das Ergebnis ist beeindruckend! Der Hirtenjunge siegt in der Kraft Gottes.

1.Samuel 17.45-50 - Und David sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen Jahwehs der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. An diesem Tage wird Jahweh dich in meine Hand überliefern,...
Und diese ganze Versammlung soll erkennen, dass Jahweh nicht durch Schwert und durch Speer rettet;...
Und David fuhr mit seiner Hand in das Gerät und nahm einen Stein heraus, und er schleuderte und traf den Philister an seine Stirn; und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Angesicht zur Erde. So war David, mit der Schleuder und mit dem Steine, stärker als der Philister, und er schlug den Philister und tötete ihn; und David hatte kein Schwert in der Hand.

Nicht Furcht, sondern absolutes Vertrauen in die Macht seines Gottes, war die Triebfeder des David. So geschah ihm nach seinem Glauben!

Der jedoch, der sich fürchtet, bleibt Knecht irgendeiner unsichtbaren Macht oder Gewalt. Die Liebe Gottes aber, die in Christo zu uns kam, befreit von solchen Zwängen.

Schon Hiob wusste von der Wirkung solcher Mächte:

Hiob 3.25 - Denn ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und vor dem mir bangte, das kam über mich.

Die Furcht schwächt zudem den Leib und die Seele. Dies wiederum bereitet allen möglichen Krankheiten den Weg. Die Medizin spricht dann von psychosomatischen Krankheiten. Das will sagen, dass ein geistliches Problem den Körper so beherrscht, dass dieser krank wird. Es bedarf also der Lösung des geistlich-psychischen Problems und die körperliche Krankheit verschwindet.

Natürlich gibt es auch tatsächlich Katastrophen äußerer Art, die uns treffen können. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob die Furcht dich lähmt oder die Zuversicht dich beweglich hält. Im Vertrauen auf die göttliche Führung kannst du ruhiger und gelassener auf mögliche unangenehme Ereignisse reagieren. Die Folge ist, du bleibst trotz äußerer Probleme körperlich gesund - und kannst demzufolge auch den schlechten Umstand besser verarbeiten oder das Problem lösen.

Jesaja 54.14,15 - Durch Gerechtigkeit wirst du befestigt werden. Sei fern von Angst, denn du hast dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er wird dir nicht na-hen....; wer sich gegen dich erhebt, der wird um deinetwillen fallen.

Der Geist Gottes in den Seinen wird ein entsprechendes Werk verrichten, so dass sich wunderbare Ergebnisse einstellen.

2.Timotheus 1.7 - Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Wir sind selbst schuld, wenn so wenige Zusagen Gottes in unserem Leben ganz buchstäblich in Erfüllung gehen. Der Kleinglaube verhindert das Wirken Gottes. Da gibt es ein wunderbares Beispiel der Jünger Jesu als sie mit ihm im Boot über den See fuhren. Er gab Anweisung ans andere Ufer zu fahren und dann geschah folgendes:

Matthäus 8.18,23-26 - Als aber Jesus eine große Volksmenge um sich sah, befahl er, an das jenseitige Ufer hinwegzufahren.
23 Und als er in das Schiff gestiegen war, folgten ihm seine Jünger. 24 Und siehe, es erhob sich ein großes Ungestüm (Sturm) auf dem See, so dass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief. 25 Und die Jünger traten hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um! 26 Und er spricht zu ihnen: Was seid ihr furchtsam, Kleingläubige? Dann stand er auf und bedrohte die Winde und den See; und es ward eine große Stille.

Für die reale Situation galt zunächst: Der Herr hat gesagt, wir fahren ans andere Ufer. Hier hätte einer, der die Macht Jesu kannte und großen Glauben hat, sagen müssen: "Wenn Jesus sagt, wir fahren ans andere Ufer, dann werden wir auch dort ankommen, ganz gleich was zwischendurch passiert."

Die Tatsachen waren aber anders. Wie sooft auch bei uns. Der Glaube war zu klein. Sie zweifelten an dem Erreichen des genannten Zieles. Deshalb nennt sie Jesus Kleingläubige. In dieser Bezeichnung steckt die ganze Misere. Auch ich habe immer wieder solche Momente im Leben, in denen ich nach "Hilfe" schreie, anstatt still zu vertrauen. Das ist auch unser aller Lektion - still sein, damit ER wirken kann. Dann ist jede Furcht unbegründet.

Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist:

Lebe nicht aus der Vergangenheit. Blicke nach vorn!

Eine "alte" Geschichte lehrt uns dies. Es ist der Bericht um den Neffen Abrahams, Lot. Abgesehen davon, dass er sich selbst schon im Vorfeld von materiellen Dingen blenden ließ und dadurch erst in diese schlimme Lage geriet, bringt uns der Ausgang des Geschehens zu der obigen Erkenntnis.

Blicke nach vorn. Dahin, wo der Geist Gottes dich führen will. Schaue nicht zurück auf dein "armes, schwaches" Leben sondern auf das Neue, das ER verheißen hat und schon heute im Geist verwirklicht.

Aber zurück zu Lot. Was war geschehen? Die Boten Gottes hatten den Auftrag, Lots Familie vor der Zerstörung ihrer Stadt zu retten. Sie hatten in ihrer selbstgewählten neuen Heimat ein bequemes und komfortables Leben geführt. Jetzt sollte dies alles nicht mehr sein. Aufbruch zu etwas Neuem, Unbekanntem. Sie hatten "nur" das Wort ihres Gottes. Die Engel-Boten mussten sie förmlich aus der Stadt drängen. Ihre Anweisung lautete: "Sieh nicht hinter dich!"

1.Mose 19.17 - Und es geschah, als sie sie hinausgeführt hatten ins Freie, da sprach er: Rette dich um deines Lebens willen; sieh nicht hinter dich, und bleibe nicht stehen in der ganzen Ebene; rette dich auf das Gebirge, damit du nicht weggerafft werdest!

Lots Frau hatte große Zweifel an der ganzen Aktion. Sie war wohl auch am meisten mit diesem Luxusleben verwurzelt. Sie schaute hinter sich, voller Sehnsucht nach dem Vergangenen, und wurde zur Salzsäule.

Was lernen wir daraus?

Nicht eine tote Vergangenheit soll unser Führer sein sondern der geistgelenkte Blick auf die Gotteskraft, die uns nach vorn bringt und nach oben zieht. Deshalb sagt Jesaja:

Jesaja 43.18 - Gedenket nicht des Früheren, und über die Dinge der Vorzeit sinnet nicht nach!

Jesus drückte es so aus:

Lukas 9.62 - Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist geschickt für die Regentschaft Gottes.

Auch der Apostel Paulus spricht von der vor uns liegenden Erwartung, wenn er sagt:

1.Korinther 9.10 - ... Denn es ist um unseretwillen geschrieben, daß der Pflügende auf Erwartung pflügen soll, und der Dreschende auf Erwartung dreschen, um dessen teilhaftig zu werden.

Das Positive, Göttliche liegt vor uns, nicht dahinten. Hinter uns und unten liegt das Üble, der Tod. Vor uns liegt das Leben. Wer der Gotteskraft glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Jesus erweitert dies noch auf eine höhere Ebene, indem er sagte:

Johannes 11.25,26 - Jesus sprach zu ihr: ... wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben hinein in den Äon (das kommende Zeitalter). Glaubst du dies?

Zu phantastisch? Nein, unser Denken ist zu sehr an das Jetzt gebunden, an unser gewohntes Leben, an "Sicherheiten", die keine sind. Lassen wir uns losreißen von dem Alten und nicht nach hinten blicken, sondern nach vorn.

Der Inhalt der Psalmen ist besonders geeignet, die Thematik des Vertrauens und des Gegensatzes, der Furcht, deutlich zu machen. Die meisten Psalmen wurden dem David geschenkt. Er ruft oft nach Befreiung von seinen

Feinden. Genauso oft erfährt er die Hilfe seines Gottes. Jesus hat dies auf eine geistliche Ebene gehoben. Er fordert auf, die Feinde zu lieben. Hier sehen wir, dass besonders auch innere Feinde durch Liebe gelöscht werden. Das ist gut so, denn die inneren Feinde sind weit schlimmer als die äußeren.

Unter dieser Last leidet auch und gerade das körperliche Wohlbefinden. Viele Krankheiten sind die Ursache von innerer Feindschaft, von Ängsten und Sorgen. Psychische Ängste können beim Gläubigen ein Zeichen für Gottesferne sein. Wo die Kraft des Allmächtigen in uns wirkt, haben Feindschaft und Furcht keine Chance.

Jesus vergleicht dies mit einem Hausbau und dessen Fundament und sagt:

Matthäus 7.24-27 - Jeder nun, der irgend diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einem klugen Manne vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten wider jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird einem törichten Manne verglichen werden, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.

Jesus selbst ist der Fels. Wer auf diese göttliche Kraft baut ist ein Überwinder. Auch die widrigen Einflüsse aller seiner Feinde haben keine Macht über den, der auf den Christus gebaut hat. Ohne Fels verliert alles an Wert, auch der materielle Besitz. Alles wird fragwürdig und unsicher.

Dies alles spielt sich ja im Inneren des Menschen ab. Deshalb spricht das Wort von einem äußeren und einem

inneren Menschen. Der innere ist der neue, der in der Gotteskraft unbesiegbar ist. Der äußere Mensch kann verfallen, aber der innere wird jeden Tag erneuert.

2.Korinther 4.16 - Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. (wörtl. hinauf neu gemacht)

Auch wenn du dich schwach fühlst, sei gewiss, dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist.

2.Korinther 12.9 - Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. Daher will ich am allerliebsten mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, auf dass die Kraft des Christus in mir wohne.

Das wilde Meer wird vom Sand am Ufer aufgehalten, von lauter winzigen Staubkörnern. Deshalb braucht niemand an den Mächten dieser Welt verzagen. Sie sind wie das Meer und können die kleinen Sandkörner nicht überwinden, weil Gottes Ge-setz es so will.

Allerdings müssen die Gedanken geordnet werden. Alleinige Grundlage des Denkens ist das Wort. Selbst der Geist nimmt nichts Eigenes, sondern nur von dem Wort. Dieses Wort hat Macht, da es ein Gottes-Wort ist und damit kein toter Buchstabe, sondern lebend und kraftvoll in uns wirkend.

Dann sind wir Haupt im Leben und nicht Schwanz . Dann leiten uns die Gedanken des Hauptes, von dem es heißt, dass er Haupt jeden Mannes ist . Denn der Weise hat seine Augen in seinem Haupt - wer den Christus als Haupt hat, hat seine Augen in dem Christus. Wer seine Augen nicht in

diesem Haupt hat, ist demnach kopflos. Welch ein ernüchternder Gedanke.

Auch wenn deine Augen etwas ganz anderes sehen, lass nicht zu, dass auch die Gedanken diesen Zustand akzeptieren. Denke dich von dem Üblen frei, indem du an die Augen deines Hauptes denkst. Mit diesen Augen sieht man schon den Ausgang einer Sache noch ehe sie zu Ende ist.

Zweifeln heißt, Gottes Allmacht in Frage stellen. Wo die Gewissheit für SEIN Handeln da ist, und du dafür dankst, obwohl du es mit deinen Augen noch nicht siehst, kannst du sicher sein, dass seine Hilfe schon längst unterwegs ist.

Mose u. Israel sind hier das typische Beispiel. Die Befreiung des Volkes aus Ägypten war schon in allen Einzelheiten geplant, aber keiner der Akteure hatte konkrete Angaben. Mose allein hatte ein unerschütterliches Vertrauen in den Plan Gottes, den er nicht kannte. Er hat immer wieder versucht, die Allmacht Gottes und sein bestimmtes, planvolles Handeln dem Volk zu vermitteln, aber ohne Erfolg.

Nach seinem Gesetz des Glaubens hätte Gott sie damals nicht retten dürfen. Er hat es jedoch trotz ihres Unglaubens getan. Wieviel mehr wird deshalb dem, der da glaubt, alles zum Guten zusammenwirken!

Ja, dir geschehe nach deinem Glauben!

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