Teil I

Die Stille

Um das Gute zu erleben, das Gott bereithält, ist noch etwas von entscheidender Bedeutung: Die Stille!

Deshalb: Seid stille und erkennt, dass Gott wirkt!

Psalm 4.4 - "Denket nach in eurem Herzen auf eurem Lager, und seid stille!"

Wenn du nicht einschlafen kannst, bete die nachstehenden fundamentalen Worte, die Gott dem Propheten Sacharja geschenkt hat. Es wirkt Wunder!

"Nicht durch Macht und nicht durch Kraft sondern durch meinen Geist, spricht Jahweh."

Stille ist das tiefe Geheimnis aller schöpferischen Kraft. Gott wirkt in der Stille. Hiob spricht vom "Säuseln der Stimme Gottes".

Stille ist eine reiche Quelle wunderbarer göttlicher Ergebnisse, viel mehr als jede menschliche Aktivität jemals vermag. Überanstrengung oder "heilige Hektik" ist gewöhnlich ein Mangel an Glauben, denn nur in der Ruhe empfangen wir die Antworten auf unsere Gebete.

Psalm 62.5 - Nur auf Gott vertraue still meine Seele! Denn von ihm kommt meine Erwartung.

Auch der junge Samuel erfuhr sehr früh, dass Gott in der Stille redet. Später hat er sich immer wieder an diesen Grundsatz erinnert.

1.Samuel 9.27 - Während sie an das Ende der Stadt hinuntergingen, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knaben, daß er uns vorausgehe (und er ging voraus); du aber stehe jetzt still, daß ich dich das Wort Gottes hören lasse.

Auch bei der Befreiung Israels vom ägyptischen Heer war die Stille das entscheidende Moment.

2.Mose 14.13 - Und Mose sprach zu dem Volke: Fürchtet euch nicht! Stehet und sehet die Rettung Jahwehs, die er euch heute schaffen wird; denn die Ägypter, die ihr heute sehet, die werdet ihr hinfort nicht mehr sehen ewiglich. Jahweh wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.

Lassen wir uns vom Geist des Allmächtigen verständig machen, SEIN Wirken in der Stille erleben.

Hiob 32.8 - Jedoch der Geist ist es in den Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.

Das wird uns Flügel verleihen wie die eines "Geiers", der sich in die Lüfte erhebt

Jesaja 40.31 - aber die auf Jahweh harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Geier; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.

Ebenso wird ein großzügiges Auge gesegnet. D.h. Die Vorstellung des Gewünschten setzt Kräfte in Bewegung.

Sprüche 22.9 - Wer gütigen Auges ist, der wird gesegnet werden; denn er gibt von seinem Brote dem Armen.

Jesus nannte dies - "glauben, dass es empfangen ist".

Markus 11.24 - "Darum sage ich euch: Alles, um was irgend ihr betet und bittet, glaubet, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden."

Johannes 15.16 - Ihr habt nicht mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt und euch gesetzt, auf dass ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe, auf dass, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.

Einzige Bedingung für diesen Empfang ist unser Vertrauen in den ausführenden Gott und die Ruhe des stillen Erwartens.

Jesaja 30.15 - Denn so spricht der Herr, Jahweh, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe würdet ihr gerettet werden; in Stillsein und in Vertrauen würde eure Stärke sein.

Es ist nicht immer leicht, still zu sein. Jedoch zu unserer Beruhigung gibt es genügend Beispiele, die zeigen, dass jeder dazu befähigt werden kann. Die Treuen der alten Zeit waren ja auch nur Menschen wie du und ich. Das beeindruckendste aller Vorbilder ist Mose.

Er hat auf schmerzvolle Weise das göttliche Prinzip der Stille gelernt und es zur Perfektion bringen dürfen. Dazu wurde er auf zweierlei Weise zubereitet. Zuerst war er fast vierzig Jahre am Hofe des Pharaoh als Prinz. Er lernte, mit Reichtum und Macht umzugehen. Im Alter von vierzig Jahren war er so selbstbewusst, dass er sein Volk mit Gewalt aus Ägypten befreien wollte. Mose war aber in den Augen Gottes für diesen Auftrag noch nicht bereit. Durch einen, menschlich gesprochen, unglücklichen Umstand musste er fliehen und weitere vierzig Jahre warten, aber diesmal in der Wildnis, nicht als Prinz, sondern als Bettler. In der Stille Midians lernte er nun das, was Gott noch als erforderliche Voraussetzung ansah, um sein Volk zu befreien. Mose wurde Schafhirte, etwas, was Ägypter verabscheuten.

Jemand hat es einmal als Studium der "Schafelogie" bezeichnet. In den Jahren seines Aufenthaltes bei den Midianitern wurde Mose zubereitet. Diese Zubereitung war oft schmerzhaft. Vergleichbar mit einem Felsbrocken, der mit Hammer und Meißel behauen wird, bis er Gestalt gewinnt.

So wurde aus jenem Prinzen Ägyptens, der in eigener Kraft Göttliches vollbringen wollte, der sanftmütigste Mensch der Erde. Das Ego des Mose war von Gott zerbrochen worden. Jetzt war er unfähig, selbst die Befreiung Israels durchzuführen. Er brauchte die Macht und Kraft seines Gottes.

Hier sehen wir ein weiteres Prinzip Gottes. Er will, dass wir in seiner Kraft leben nicht in unserer. So hat Mose in der Stille der Kraft Gottes eine ganze Weltmacht bezwungen und Israel befreit.

Auch der Apostel Paulus wurde nach seiner "Bekehrung" in die arabische Wildnis geschickt, um in der Stille zu lernen. Erst nach 14 Jahren hat er den anderen Aposteln von seinem Auftrag und seinen Erlebnissen erzählt. Gott hatte ihn für den Dienst an den Nationen zubereitet. So wurde aus einem gebildeten, selbstbewussten Pharisäer ein demütiger Diener am Evangelium Christi.

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