Teil I

In Christus

Die größte dynamische Kraft liegt in unserem Inneren, und gleichzeitig sind wir von ihr schützend umgeben.

Wie geht das?

Die zwei nachfolgenden Bibeltexte drücken das deutlich aus. Am Ende seines irdischen Dienstes betet Jesus für seine Jünger zu seinem Vater:

Johannes 17.22,23 - Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind; ich in ihnen und du in mir, auf dass sie hinein in eines vollendet seien, und auf dass die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast.

Der Apostel Paulus schildert die Stellung all derer, die dem Christus als Leibesglieder gehören wie folgt:

Kolosser 3.3 - Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Daraus ergibt sich folgende Stellung für Glieder des Leibes Christi:

1. Christus in uns und in dem Christus der Vater
  = der Vater ist die Mitte, der Kern in uns.

2. Wir zusammen mit dem Christus in Gott verborgen
  = der Vater ist die äußerste Hülle

Als praktische Veranschaulichung verwende ich gerne die russischen Puppen, genannt Matrjoschka, die ineinander passen. Angenommen, es sind fünf. In unserem Beispiel wäre dann die äußerste und damit größte der Vater, die zweite der Christus, die dritte, mittlere sind wir, dann kommt in uns die erste, der Christus, und in dieser der Vater als innerste "Puppe".

So lebt der Gläubige Christ als Leibesglied des Christus nicht sein eigenes Leben, sondern er lebt das seines Herrn. Damit aber ist auch gewährleistet, dass nichts, aber auch gar nichts an uns heran kann, was nicht vorher "durch" den Vater und den Sohn gegangen ist. Alles, was uns nun begegnet, ist daher von "oben" genehmigt.

Galater 2.20 - Ich bin mit Christo angepfahlt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt lebe im Fleische, lebe ich im Glauben, ja in dem des Sohnes Gottes, der mich liebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Römer 6.6 - Indem wir dieses wissen, dass unser alter Mensch mitangepfahlt worden ist, auf dass der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

Grundlage dafür war, dass in dem Opfer des Sohnes, Gott das ganze All mit sich versöhnt hat. Er legte die Rechtsgrundlage für die Gnade.

Was ist Versöhnung?

Nur der Apostel Paulus verwendet dieses Wort 12-mal in seinen Briefen. Es lautet in Griechisch KAT-ALLASSOo; setzt sich also aus ALLASSOo mit vorangestelltem KATA zusammen.

Übersetzung von ALLASSOo = ändern, verändern.
Übersetzung von KATA = herab, gemäß, in jeder Beziehung.

Die wörtliche Wiedergabe des griechischen Wortes KAT-ALLASSOo lautet deshalb: "Von oben herab in jeder Beziehung ändern". Versöhnung ist daher eine irreführende Übersetzung des griechischen Wortes KAT-ALLASSOo. Sicher ist in der Veränderung, die geschah, auch die Versöhnung enthalten, aber die Veränderung ist weit umfassender.

Wann und wo wurde denn alles geändert?

Christus hat von Gott die Macht über alles erhalten. Alles besteht durch IHN und zu IHM hin. Deshalb hat Gott auch alles von oben her in dem Christus geändert.

Kolosser 1.15-20 - ...welcher das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn durch ihn sind alle Dinge (das All) geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge (das All) sind durch ihn und für ihn geschaffen. Und er ist vor allen, und alle Dinge (das All) bestehen zusammen durch ihn. Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf daß er in allem den Vorrang habe; denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge (das All) zu ändern (versöhnen) hinein in IHN indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Pfahles, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.

Diese Änderung geschah auf Golgatha. Alle sind hineingenommen - wie auch alle in die Verfehlung durch Adam hineingenommen waren. An beiden Zuständen kann niemand etwas verändern, rückgängig machen oder hinzufügen.

Römer 5.18 - ...also nun, wie es durch eine Übertretung gegen alle Menschen zur Verurteilung gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.

Welches Ziel hat diese Änderung?

In dieser allumfassenden Änderung durch Christus auf Golgatha, hat Gott die Rechtsgrundlage geschaffen, um wieder alles in Ordnung zu bringen.

1.Korinther 15.22 - Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, also werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.

Diese Zielerreichung Gottes wird nach einer bestimmten Ordnung ablaufen. Es gibt Erstlinge und solche, die später zum Ziel kommen werden. Für viele wird es durch tiefe Gerichte gehen. Deshalb sei glücklich, wenn Gott Dir heute schon Glauben an sein wunderbares Ziel schenkt.

Was ist der Auftrag von Christen, die das erkannt haben? Die Bibel, das lebende Wort Gottes, nennt uns einen klaren Auftrag:

2.Korinther 5.20 - So sind wir nun Gesandte für Christum, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi Statt: seid herabgeändert (versöhnt) dem Gott!

Dieses hier genannte Geschehen steht im griechischen Bibeltext im Passiv. Wir sollen also den Menschen sagen, dass in Christus alles geändert wurde und sich jeder in Bezug auf Gott als geändert sehen und verhalten sollte. Die Änderung ist ja ohne unser Zutun geschehen. Zu deren Zeitpunkt waren wir sogar Feinde Gottes, wie es die meisten Menschen heute noch sind. (Kol. 1.21)

Römer 5.10 - Denn wenn wir, da wir Feinde waren, dem Gott herabgeändert (versöhnt) wurden durch den Tod seines Sohnes, viel mehr werden wir, da wir herabgeändert (versöhnt) sind, durch sein Leben gerettet werden.

Diese Änderung ist noch keine Rettung! Sie ist jedoch die Voraussetzung zur Rettung. Ohne diese Änderung könnte niemand gerettet werden - aber wegen ihr können alle das göttliche Ziel früher oder später erlangen.

Auch in diesem Punkt geschehe dir nach deinem Glauben!

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